EuGH: Neue Cookie-Richtlinie für Webseiten

Max-Raphael Feibel Webseiten


Jeder kennt sie, kaum einer versteht sie und in den meisten Fällen wird einfach nur blind auf »akzeptieren« geklickt, da der inflationäre Gebrauch mittlerweile zu einer Abstumpfung geführt hat. Ja, die Rede ist von den allgegenwärtigen Cookie-Hinweisen, die auf nahezu allen Webseiten vorzufinden sind. Mit Einführung der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) sind viele Fragezeichen in Bezug auf den richtigen Umgang mit Cookies aufgetaucht.  

Der Europäische Gerichtshof hat in einem Urteil nun festgelegt, dass die Nutzung von Cookies immer einer aktiven Zustimmung bedarf. Auch vorab als Auswahl angehakte Einstellungen seien nicht zulässig. Der Nutzer muss aktiv der Nutzung von Cookies zustimmen.

Doch erst einmal ein paar Schritte zurück. Sie wissen nicht was ein Cookie ist? Dann lesen Sie jetzt weiter.

Cookies – Was ist das?


Cookies sind kleine browserspezifische Dateien, die von Webservern auf dem lokalen Computer gespeichert werden. Diese Dateien helfen dabei vorheriges Verhalten des Nutzers zu speichern und bei erneutem Aufrufen der jeweiligen Webseite wieder abzurufen. So können zum Beispiel bei einem Online-Shop Produkte in den Warenkorb gelegt werden und erscheinen auch noch dort, wenn sie auf zwischenzeitlich noch andere Webseiten besucht haben.

Zum Beispiel zu Analysezwecken ist das Setzen von Cookies ebenfalls ein hilfreiches Werkzeug. Sogenannte Webtracker können so feststellen, ob es sich um einen neuen Webseitenbesucher oder einen wiederkehrenden handelt. Kurzum: Es gibt essentielle Cookies, die das Betreiben von Webseiten erst möglich machen und Cookies, die zu anderen Zwecken wie Analyse- oder Marketing-Maßnahmen eingesetzt werden.


Cookie-Hinweise gehen Ihnen auf den Keks?


Zugegeben, uns auch! Aber im Grundsatz dienen Cookie-Hinweise einer guten Sache. Sie helfen dabei dem User einen transparenteren Einblick in die Nutzung seiner personenbezogenen Daten zu geben und ermöglichen eine Entscheidung, welche Cookies genutzt werden dürfen und welche nicht.

In der Praxis sieht das allerdings auf vielen Webseiten noch so aus: „Wir nutzen Cookies. Mit weiterer Nutzung unserer Homepage erklären Sie sich automatisch damit einverstanden.“

Damit bleibt dem Nutzer nichts anderes übrig als allen Cookies zuzustimmen oder die Seite wieder zu verlassen. In den meisten Fällen sind beim Aufrufen der Webseite allerdings schon Cookies gesetzt, was es dem User fast unmöglich macht, diesen zu widersprechen.

Weniger häufig wird dem Webseitenbesucher zusätzlich die Möglichkeit gegeben, eine Auswahl zur Einwilligung für die Cookie-Nutzung zu geben. Also eine Unterteilung in essentielle, analytische oder werblich gesetzte Cookies. Dabei sind alle Auswahlmöglichkeiten bereits schon angehakt, sodass der Cookie-Hinweis überdrüssige Mensch in der Regel auf »Alles akzeptieren« klickt ohne weiter nachzudenken.

Verstehen Sie uns nicht falsch, aus Unternehmenssicht und mit Hinblick auf das Online-Marketing ist das großartig! Mithilfe dieser “freiwillig” eingewilligten Daten werden unter anderem die Grundlagen für zielgruppengenaue (Re-)Targetings von Werbeanzeigen geschaffen.


Was ändert sich jetzt mit dem EuGH Urteil?


In Hinblick auf den Datenschutz von personenbezogenen Daten hat sich seit Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 schon vieles getan. So manch eine offene Formulierungen in der Datenschutzgrundverordnung muss aber erst noch von Gerichten ausgelegt und konkretisiert werden. Ein solches Urteil hat das EuGH getroffen und diese Anforderung sollten Sie auf Ihrer Webpräsenz überprüfen.

Was bedeutet das nun konkret für Webseitenbetreiber?
Der Nutzung von Cookies muss aktiv zugestimmt werden. Dabei reicht es nicht (mehr) aus, für den Webseitenbesucher bereits eine Vorauswahl der zuzustimmenden Cookies zu treffen und darauf zu hoffen, dass dieser die Auswahl nicht wieder revidiert. Der Nutzer muss nun selbst auswählen, welche Cookies gesetzt werden dürfen und welche nicht. Nur dann handelt es sich nach dem EuGH um eine tatsächliche Einwilligung.


Was muss ich als Webseitenbetreiber nun tun?


Verwenden Sie Cookies? Wenn ihre Antwort »nein« lautet, dann haben Sie gerade sehr viel gelesen, aber müssen nicht handeln.

Lautet Ihre Antwort »ja«, dann sollten Sie überprüfen, ob Sie bereits einen Cookie-Hinweis auf Ihrer Seite gesetzt haben und ob er den Anforderungen des Gerichtsurteils auch entspricht.

Basiert Ihre Seite auf dem CMS WordPress, dann können Sie sich Abhilfe verschaffen, indem Sie mit einem Plugin wie beispielsweise Borlabs Cookie oder Cookiebot Ihren Cookie-Hinweis erstellen. Auf deren Webseiten finden Sie auch Demos und Anleitungen zur Einbindung. Beide Plugins sind allerdings kostenpflichtig.

Sind Sie sich unsicher, ob Sie Cookies verwenden oder benötigen Sie Unterstützung bei der Umsetzung des EuGH-Urteils für Ihre Webpräsenzen? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot oder ein kostenfreies Seitenaudit!


Über den Autor
Max-Raphael Feibel

Max-Raphael Feibel

Max-Raphael Feibel ist Co-Founder und Gesellschafter von Partner & Söhne. Er ist spezialisiert auf die Leistungen Social Media, Content, Datenschutz und Advertising.